
Ihr Weg zu uns
Möchten Sie für Ihr Kind und Ihre Familie einen Aufenthalt im Flamingo Kinderhospiz planen und uns besser kennenlernen?
Gerne nehmen Sie über das untenstehende Formular unverbindlich mit uns Kontakt auf – wir melden uns bei Ihnen. Bei der Planung Ihres Aufenthaltes werden wir gemeinsam Ihre persönlichen Bedürfnisse und Wunschtermine berücksichtigen.
Telefonisch erreichen Sie Susanne Thebud unter: +41 (0) 44 811 77 77 oder per Mail.
Wir ermöglichen Ihnen gerne ein Kennlerngespräch, bevor eine konkrete Anmeldung mit Austausch von erforderlichen Gesundheitsdokumenten erfolgt. Der definitive Aufnahmeentscheid basiert auf einer ärztlichen Zuweisung und der Kapazität seitens Flamingo. Zum Flyer.
Geschwistergruppe
In Zusammenarbeit mit dem Verein Raum für Geschwister (VRG) Schweiz bieten wir eine Geschwistergruppe an. Hier werden Kinder, die einen Bruder oder eine Schwester mit einer Beeinträchtigung oder einer lebenslimitierenden Erkrankung haben, von Fachpersonen aus dem psychosozialen Bereich begleitet. Selina Boppart und Maya Caviezel leiten dieses Gruppenangebot. Alle Kinder sind herzlich willkommen und dürfen kostenlos teilnehmen.
- Wann: Samstagnachmittag, 14:00–16:00 Uhr
- Wer: Geschwisterkinder im Primarschulalter
- Wo: Flamingo Kinderhospiz, Fällanden
Termine für 2026
- 2026: 11.04. | 23.05. | 13.06. | 04.07. | 15.08. | 12.09. | 17.10 | 7.11 | 5.12

Wir bieten:
- Raum für spielerische und kreative Aktivitäten
- Begleitung durch erfahrene Fachpersonen
- Austausch mit Gleichaltrigen, die ähnliche Erfahrungen machen
Interview mit den Initiatorinnen
Was versteht man unter Geschwisterarbeit?
Die Geschwisterarbeit umfasst die gezielte Begleitung von Kindern, deren Bruder oder Schwester mit einer Beeinträchtigung oder lebensverkürzenden Erkrankung lebt. Die Angebote orientieren sich an den spezifischen emotionalen und sozialen Bedürfnissen dieser Kinder. Dabei geht es darum, ihre individuellen Stärken wahrzunehmen und zu fördern und so ihr seelisches Wohlbefinden und ihre psychische Gesundheit nachhaltig zu stärken.
Warum ist diese Arbeit so bedeutsam?
Die erste Schweizer Geschwisterstudie, welche im Auftrag des Vereins Raum für Geschwister von der Hochschule Luzern durchgeführt und im März 2025 veröffentlicht wurde, zeigt deutlich: 33 % der befragten Geschwister erleben eine hohe psychische Belastung. Geschwisterkinder wachsen unter anspruchsvollen Bedingungen auf, oft mit einem grossen Verantwortungsgefühl und eingeschränkter Aufmerksamkeit für ihre eigenen Bedürfnisse.
Wie sieht das Angebot konkret aus?
Seit Herbst 2025 findet in den Räumlichkeiten des Flamingo Kinderhospizes in Fällanden einmal im Monat eine Nachmittagsgruppe für Geschwisterkinder im Primarschulalter statt. Die Treffen bieten einen geschützten Rahmen, in dem sich die Kinder mit Gleichaltrigen austauschen können. Sie erleben, dass sie mit ihrer Situation nicht allein sind und dass ihre eigenen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.
Der Ablauf:
Nach einem telefonischen Vorgespräch mit den Eltern kommen die Kinder unter fachlicher Leitung in der Gruppe zusammen. Durch kreative und interaktive Elemente erhalten sie die Möglichkeit, sich auszutauschen und über Themen zu sprechen, die sie bewegen. Im Mittelpunkt stehen dabei ihre eigenen Erfahrungen und Bedürfnisse mit dem Ziel, ihre Resilienz zu stärken.
Langfristig sind weitere Gruppen für unterschiedliche Altersstufen und thematische Schwerpunkte geplant.
Welche Rolle spielt der “Verein Raum für Geschwister“?
Der Verein bringt seine langjährige Expertise ein und unterstützt durch fachliche Begleitung, überregionale Vernetzung und mit dem Bündeln von Informationen. Die diversen Angebote werden den betroffenen Familien durch eine Plattform einfach zugänglich gemacht und bei persönlichen Anfragen direkt weiterempfohlen. Die Kooperation ermöglicht, das Angebot professionell und nachhaltig aufzubauen, auf die besondere Situation von Geschwisterkindern aufmerksam zu machen, die Angebote zu kommunizieren und so möglichst viele betroffene Familien zu unterstützen. Fachpersonen finden eine kompetente Anlaufstelle, erhalten Informationen und können sich in der Thematik weiterbilden. Betroffene Geschwister sowie deren Familien erhalten direkte Unterstützung mit unterschiedlichen Angeboten im jeweiligen Entwicklungsalter.
Im Gespräch mit:
- Cornelia Mackuth-Wicki, Vize-Präsidentin VRG Schweiz, Pflegeexpertin BScN
- Maya Caviezel, Lic. Phil., Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
- Selina Boppart, Pädagogin, Fachverantwortung psychosozialer Bereich
Ihre Ansprechpersonen:

Selina Boppart

Maya Caviezel
Anmelden per E-mail oder telefonisch unter: + 41 (0)76 466 35 60
«Flyer Geschwistergruppe» für Familien und Geschwisterkinder!
«Flyer Geschwistergruppe» für Spender:innen!
Dieses wertvolle Angebot wird massgeblich durch Spenden realisiert!

Pflege
Für die medizinisch-pflegerische Betreuung Ihres Kindes ist ein rund 20-köpfiges Pflegeteam im Schichtbetrieb zuständig. Die Betreuung wird sorgfältig auf die Bedürfnisse Ihres erkrankten Kindes ausgerichtet. Das Team besteht aus den Berufsgruppen Pflegefachfrauen-/ männern (HF/FH) sowie Fachangestellten Gesundheit (FaGe). Viele Mitarbeitende bringen spezifische Weiterbildungen in Intensiv- oder Pädiatrischer Palliative Care mit.
Spezialisierte Pädiatrische Palliative Care
Die meisten betroffenen Kinder werden durch die betreuenden Fachärzte angemeldet und sind bereits in eine pädiatrische, palliative ambulante Pflege eingebunden. Die ärztlich-medizinische Betreuung wird auch im Flamingo Kinderhospiz fortgesetzt. Das Spezialisierte Pädiatrische Palliative Care (SPPC)-Team vom Universitäts-Kinderspital Zürich ist 2x wöchentlich für eine Besprechung vor Ort. Überdies ist das SPPC-Team des Kispi`s rund um die Uhr für medizinische Fragen im Rahmen des Aufenthalts erreichbar.
Aktuelle Studien und Publikationen
Eva Bergsträsser, Jürg C. Streuli (12.2024): Pädiatrische Palliative Care – Wo stehen wir? Wohin geht es? Artikel
SPhAERA Studienteam (2024). Wenn ein Kind unheilbar krank ist – Resultate der Schweizer
SPhAERA Studie. Institut für Pflegewissenschaft, Universität Basel und Kompetenzzentrum für Pädiatrische Palliative Care, Universitäts-Kinderspital Zürich. doi:10.5281/zenodo.12804047. LINK
Ziegler, Sarah; Laubereau, Birgit (11.2023): Vertiefte Abklärungen zum Pädiatrischen Palliative-Care-Bedarf in der Schweiz. Bericht zuhanden des Bundesamts für Gesundheit. Bericht
Pelikan Studie (2016). Wie Kinder in der Schweiz sterben. Eva Bergsträsser, Pädiatrische Palliative Care Kinderspital Zürich, Eva Cignacco, Fachbereich Pflegewissenschaft Universität Basel. Studie
Therapien
Wir arbeiten mit externen Therapeut: innen zusammen und veranlassen auf Wunsch einen ärztlich verordneten, vorübergehenden Therapeutenwechsel, damit die Therapie Ihres Kindes auch während des Aufenthalts bei uns weitergeführt werden kann.

Die Angebote im Kinderhospiz drehen sich nicht nur um das lebenslimitierend erkrankte Kind, sondern auch um deren Eltern, Geschwister und Angehörige. Im Kinderhospiz profitieren unsere erkrankten Gäste und ihre Familien von verschiedenen Angeboten:
Spitalschule
- Alle schulpflichtigen, erkrankten Gastkinder profitieren von unseren Angeboten der Spitalschule. Speziell ausgebildete Sonderpädagog:innen bieten auch während den offiziellen Schulferien von Montag bis Freitag, auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder ausgerichtete Begleitung an.
Herr und Frau Traum
- 2x monatlich besuchen uns zwei Artisten der Stiftung Theodora und sorgen für zauberhafte & berührende Momente im Flamingo Kinderhospiz.
Klangzeit
- 1x wöchentlich berühren musikalische Klangmomente Herz und Seele
Therapiehunde
- Wir freuen uns sehr, dass wir im Rahmen unserer Hospiz-Arbeit Begegnungen mit Therapiehunden anbieten dürfen. Die beruhigende Wirkung von Tieren auf Gäste ist erwiesen.
Tierbegegnungen
- Mit einem Ausflug zum Bollenrütihof ermöglichen wir einzigartige Tiererlebnisse in der nahen Umgebung. Sehr gerne besuchen uns die Kleintiere auch im Flamingo Kinderhospiz.
Verschiedene Aktivitäten
- Begleitete Stunden im Atelier, in der Natur oder auf Ausflügen: Ein abwechslungsreiches Programm bietet allen Gästen, Eltern, Geschwistern & Angehörigen verschiedene Aktivitäten. Die jeweiligen Angebote entnehmen Sie dem Programm der aktuellen «Flamingo-Woche» vor Ort.
Seelsorge
- Gerne bieten wir Ihnen die Möglichkeit sich an das Spitalseelsorge-Team zu wenden. Vertreter:innen verschiedener Religionen sind regelmässig im Flamingo Kinderhospiz vor Ort.
Fragen zum Aufenthalt
Das Flamingo Kinderhospiz – Ein Ort für uns?
Ein Kinderhospiz ist ein Rückzugsort, ein Ort der Regeneration, Kraft und Lebensfreude. Familien mit Kindern, die an einer lebenslimitierenden Krankheit leiden, erhalten hier eine Unterkunft mit professioneller Begleitung, Betreuung und Beratung.
Das Kinderhospiz unterstützt das Familiensystem ganzheitlich und stärkt es in ihrer besonderen Lebenssituation. Die Gründe für eine solche temporäre Aufenthaltszeit sind vielfältig: Zeiten eines instabilen Gesundheitszustandes, Therapieanpassungen, Therapieevaluationen, Übergangs- und Überbrückungsmomente sowie Betreuung und Unterstützung des gesamten Familiensystems. Die Begleitung von Kindern in der letzten Lebensphase gehört ebenfalls zu unserer Kinderhospizarbeit, die wir mit größter Fürsorge, fachlicher Kompetenz und tiefem Respekt vor den Bedürfnissen der betroffenen Familien leisten
Eltern und Geschwister werden zusammen mit den betroffenen Kindern durch die Spezialisierte Pädiatrische Palliative Pflege (SPPC) und durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche gestützt. Im Kinderhospiz wird die bestmögliche Lebensqualität aller Betroffenen gefördert.
Wie plane ich einen Aufenthalt für unsere Familie?
«Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt.»
Wir möchten Sie ermuntern mit uns Kontakt aufzunehmen. Im telefonischen Austausch lernen wir Sie und Ihr Kind kennen und erfahren Ihre Bedürfnisse hinsichtlich eines möglichen Aufenthalts bei uns. Wenn Ihre Situation Sie und Ihre Familie für einen Aufenthalt bei uns qualifiziert, planen wir Ihren bevorstehen Aufenthalt sorgfältig und umsichtig. Gerne zeigen wir Ihnen hierfür schon im Voraus das Flamingo Kinderhospiz im Rahmen eines persönlichen Gesprächs.
Welches sind die Voraussetzungen für einen Platz im Flamingo?
Die Lebenslimitierung durch eine Krankheit gilt als ein Aufnahmekriterium. Oft sind die Kinder bereits durch ein Spezialisiertes Pädiatrisches Palliative Care Team betreut. Dieses Team wird Sie bei der Anmeldung und Überweisung ans Flamingo Kinderhospiz unterstützen. Für Kinder, die noch keinem Team zugehören, kann die entsprechende Begleitung auch im Rahmen eines Aufenthalts aufgegleist werden. In Absprache mit dem SPPC-Team des Kispi Zürich klären wir die Voraussetzungen unter Berücksichtigung der verfügbaren Kapazität für einen Aufenthalt bei uns gemeinsam ab.
Kann das Flamingo Kinderhospiz im Voraus besichtigt werden?
Gerne bieten wir nach Absprache an, dass Flamingo Kinderhospiz vor einem potenziellen Aufenthalt zu besichtigen.
Für wie viele Gäste bietet das Flamingo Kinderhospiz Platz?
Das Flamingo Kinderhospiz bietet Platz für acht Kinder und ihre Familien.
Wo schläft mein Kind?
Ihr Kind schläft im Erdgeschoss in einem hellen Einzelzimmer. Die Wahl des Bettes richtet sich nach Alter und Bedürfnis Ihres Kindes. Wir sprechen Ihren Wunsch diesbezüglich vorgängig mit Ihnen ab.
Wo übernachten Eltern? Wo Geschwister?
Im 1. Obergeschoss verfügen wir über acht Familienzimmer à je zwei Betten. Es besteht die Möglichkeit der Nutzung einer Verbindungstüre, damit zwei Zimmer bei Bedarf miteinander verbunden werden können. So gewährleisten wir auch die Nähe von Geschwisterkindern zu ihren Eltern.
Kann ich bei meinem Kind schlafen?
Sie entscheiden, wo Sie schlafen möchten. Im Zimmer Ihres Kindes steht ein Elternbett zur Verfügung oder Sie nutzen Ihr Familienzimmer im 1. Obergeschoss für Rückzug.
Wie ist die Verpflegung meines kranken Kindes organisiert?
Wenn es Ihrem Kind möglich ist, isst es sehr gerne gemeinsam mit allen im Esszimmer. Selbstverständlich sind wir aber auch eingerichtet, damit eine Ernährung über die Sonde oder Infusion erfolgen kann. Trip Traps stehen zur Verfügung. Individuelle Essstühle dürfen mitgebracht werden.
Wo verpflegen sich die Angehörigen?
Um die Verpflegung kümmert sich unser Team der Hauswirtschaft und bereitet täglich das Frühstück, Mittag- und Nachtessen zu. Snacks und Getränke stehen ebenfalls jederzeit zur Verfügung. Für das gemeinsame Mittagessen steht ein grosses Esszimmer zur Verfügung.
Was bringe ich für einen Aufenthalt von zuhause mit?
Wir verfügen über ein umfassendes Angebot an Utensilien für Ihr Kind und Ihre Familie. Spezifische, den expliziten Bedürfnissen Ihres Kindes angepasste Hilfsmittel bringen Sie gerne von zuhause mit.
Wie lange darf ein Gast mit seiner Familie im Flamingo bleiben?
Die maximale Aufenthaltsdauer ist auf 28 Tage / Jahr / Gast beschränkt. Die gesamte Aufenthaltsdauer kann auf mehrere Aufenthalte aufgeteilt werden. Wenn davon ausgegangen werden muss, dass Ihr Kind bei uns versterben wird, hat die maximale Aufenthaltsdauer keine Gültigkeit.
Was kostet der Aufenthalt für uns als Familie?
Die medizinischen Pflegeleistungen können nur teilweise über Krankenkassen, die Invalidenversicherung (IV), Gemeinden oder Kantone abgerechnet werden. Es gibt jedoch keine kostendeckenden Tarife für Kinderhospize. Für spezifische Angebote, wie beispielsweise Geschwisterbetreuung, Angebote für Angehörige, Therapien usw. sind wir auf Spenden angewiesen.
Pro Gastfamilie verrechnen wir CHF 80.- / Tag für Kost und Logis.
Allgemeine Fragen
Wie wird der Betrieb finanziert?
Anders als in den meisten Ländern Europas fehlt in der Schweiz weiterhin die gesetzliche Grundlage für die Finanzierung von Hospizbetrieben. Es gibt keine Tarife für Kinderhospize, wie man das von Spitälern oder ambulanten Pflegediensten kennt. Kinderhospize haben keinen eigenen «Status» im Gesundheitswesen – die Finanzierung noch nicht kostendeckend geregelt, weshalb wir stark auf Spenden angewiesen sind. Derzeit laufen Verhandlungen mit Kostenträgern, einerseits um alle bereits heute vorhandenen Abrechnungsmöglichkeiten zur Finanzierung der Spezialisierten Pädiatrischen Palliativ Care (SPPC) auszuschöpfen und um zusätzliche Möglichkeiten zu erschliessen.
Der Aufenthalt eines Kindes pro Tag im Flamingo kostet im Schnitt 2000.- bis 2500.- Franken. Etwa ein Drittel, höchstens die Hälfte der Kosten übernehmen Kostenträger: Krankenkassen, Invalidenversicherung, manchmal auch Gemeinden oder Kantone. Unsere Kosten werden nicht gedeckt, denn die bestehenden Tarife orientieren sich an Erwachsenen, decken nicht das ab, was Kinder hier brauchen. Die Kosten sind deshalb in dieser Höhe, weil wir speziell ausgebildete Pflegekräfte haben, die sich intensivst um die Kinder kümmern – medizinisch, psychosozial, pflegerisch, oft geht es um 1:1 Betreuung rund um die Uhr.
Zu uns kommen die Kinder nicht alleine, sondern die ganze Familie zieht ein und wird betreut und verpflegt – das verursacht Kosten. Daher verrechnen wir einen Mindestbetrag von CHF 80.-/ Tag pro Gastfamilie.
Ich möchte mich als Freiwillige/r Mitarbeitende/r engagieren. Wie?
Bitte sende Sie das Kontaktformular Interesse Freiwilligenarbeit an Barbara Weber.
Was ist der Unterschied zwischen einem
Erwachsenen- und einem Kinderhospiz?
Ein Kinderhospiz ist auf die Pflege von Kindern ausgerichtet. Aber nicht nur das ist ein grundlegender Unterschied. Das Ziel eines Kinderhospizes ist es, erkrankten Kindern und ihren Familien einen Rückzugsort für die Entlastung und Erholung zu bieten. Die Zeit zwischen der Diagnose und dem Tod erkrankter Kinder ist oft mehrere Jahre lang. Sie und ihre Familien können in dieser Zeit wiederholt im Kinderhospiz eine Auszeit nehmen. Wie und wo sie die End of Life Phase verbringen, können Sie unabhängig entscheiden. Nur wenige erkrankte Kinder, die sich im Kinderhospiz aufhalten, sterben auch dort. Erwachsenenhospize haben einen viel stärkeren Fokus auf diese End of Life Phase und ermöglichen damit einen würdevollen und möglichst leidensfreien Abschied.
Was ist Pädiatrische Palliative Care?
Pädiatrische Palliativversorgung ist – in Adaption der WHO-Definition – in Europa wie folgt definiert: Unter Palliativversorgung von Kindern versteht man die aktive und umfassende Versorgung, die Körper, Seele und Geist des Kindes gleichermassen berücksichtigt und die Unterstützung der betroffenen Familie gewährleistet. Sie beginnt bei der Diagnosestellung und ist unabhängig davon, ob das Kind eine Therapie mit kurativer Zielsetzung erhält.
Es ist Aufgabe der professionellen Helfenden, das Ausmass der physischen, psychischen und sozialen Belastungen des Kindes einzuschätzen und zu minimieren. Wirkungsvolle pädiatrische Palliativversorgung ist nur mit Hilfe eines breiten multidisziplinären Ansatzes möglich, der die Familie und öffentliche Ressourcen mit einbezieht. Sie kann auch bei knappen Ressourcen erfolgreich implementiert werden. Die Spezialisierte Pädiatrische Palliative Care (SPPC) wird durch speziell ausgebildetes Pflegefachpersonal gewährleistet.
Kurz: Pädiatrische Palliative Care ermöglicht den erkrankten Kindern und ihren Familien, trotz ihrer schweren Situation, eine hohe Lebensqualität.
Steigern Kinderhospize die Gesundheitskosten?
Das ist nicht anzunehmen. Kinder mit einer lebenslimitierenden Erkrankung benötigen ohnehin Pflege, mit Kinderhospizen verlagern sich die Kosten lediglich. Eine Betreuung im Kinderhospiz ist weniger kostenintensiv als im Spital. Das Hospiz unterstützt einerseits die Eltern und begleitet und betreut die Geschwister, so dass die Kinder länger kostengünstig zuhause gepflegt werden können. Spitalaufenthalte und Folgekosten wegen Überlastung verringern sich. Dadurch wird eine grosse Prävention für das betroffene Familiensystem geschaffen. Im Vergleich zu anderen Patientengruppen ist die Zahl schwerkranker Kinder zudem gering.
